Freitag, 28. August 2009

Der 1. Tag: Erste Eindrücke, flexibel bleiben und Aufnahmefähigkeit steigern

Der erste volle Tag in Sambia startete um 8.00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück in unsrer MISUKU-Lodge in Kabwe. Es war ein traumhaft schöner und heißer Tag. Die Hitze lässt sich aber gut aushalten; wir müssen ja nicht in der prallen Sonne arbeiten.
Typisch africa-like mussten wir uns mit einem kurzfristig vom Bildungsministerium geänderten Schulferienplan abfinden. Die Schulen beginnen eine Woche später und deshalb bekommen wir den BOCCS-Schulbetrieb nicht live mit. Sehr schade. Aber wir werden dafür andere Begegnungen haben.
Eindrücklich wird es auf jeden Fall. Der Tag heute enthielt schon jede Menge Programm, meist unter der Überschrift "Gesundheitswesen":

1. Kleine Stadtrundfahrt durch Kabwe. Die Zunahme der Satellitenschüsseln auf den Dächern erscheint mir gewaltig hoch. Es gibt mehr Reichere; und trotzdem leben über 80% unter der Armutsgrenze.




2. Besichtigung des Kabwe General Hospital mit Leichenhalle. Dabei erfuhren wir ein paar Zahlen aus dem "Todesbuch" und rechneten hoch. Wir gehen davon aus, das in Kabwe, einer Stadt mit 270.000 Einwohnern, etwa 500-600 Kinder pro Jahr sterben. Das erschien uns ziemlich viel.

3. Mittag bei LUSMEL, einem Restaurant mit typisch sambischen Gerichten.




4. Informationsveranstaltung in Katondo, einem Compound von Kabwe mit etwa 20.000 Einwohnern, über die dort zu findende Bleivergiftung. Die Kontaminierung geschieht hauptsächlich durch Staub von der Abraumhalde der (ur)alten Silbermine. Diese Umweltverschmutzung hat dazu geführt, dass Kabwe auf dem Index der zehn schmutzigsten Städte der Welt zu finden ist.




Es gibt in Katondo auch eine BOCCS-Schule mit 8 Klassen und etwa 400-500 Schülern. Kaum waren wir angekommen, standen Kinder um uns herum. Das Bild zeigt, was passiert, wenn man den Kids Fotos von der Digicam zeigt ...

5. Gespräch im Gesundheitsministerium von Kabwe über HIV/AIDS. In Kabwe werden an 12 Gesundheitszentren HIV-Tests und AIDS-Behandlung angeboten. Insgesamt werden zurzeit 9.000 Menschen mit Medikamenten behandelt. Wenn man könnte (Untersuchungsmaschinen fehlen), sollten eigentlich 30.000 Leute behandelt werden. Diese Zahl erscheint mir noch als viel zu wenig.

6. Besichtigung des LIFE-Trust-Büros. Dabei habe ich einen alten Bekannten getroffen: Bosco. Wir haben uns beide sehr gefreut.

7. Abendbrot und Austausch bei Hartmanns zu Hause. Ein erster Abend zum Thema AIDS. Sehr interessant.

Das alles war viel! Aber gut. Und jetzt wird geschlafen. Gute Nacht,
Dieter

—-- gepostet von meinem iPhone

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