
Compounds bezeichnen slumartige, ungeplante Siedlungsgebiete. Dort siedeln sich aufgrund der Landflucht immer mehr Menschen an. Es gibt so gut wie keine Arbeit, keinen Strom, kein Geld und nur wenig Wasser. Dafür enorm viele Kinder, von denen nur ein geringer Teil eine Schule besucht.
Folgend ein paar Streiflichter von der Wanderung per Bild.

So sieht es in den Häusern aus. Kaum Inventar. Man sitzt auf dem Boden.

Das ist der Kleiderschrank und das Bett. Nur das Dach fehlt noch. Die Familie muss es irgendwie (nun aufgrund unserer Hilfe) schaffen, das Dach noch vor der im November beginnenden Regenzeit dicht zu bekommen.

So sieht ein "Badezimmer" aus. Man nimmt Wasser mit, setzt sich auf den Boden und wäscht sich.

Das ist ein BOCCS-Patenkind. Der 13jährige versorgt seinen jüngeren Bruder und seine 80jährige Oma. Der Rest der Familie ist gestorben. Die Oma war sehr krank und saß hilflos draußen auf dem Boden. Die Familie lebt nur von der Lebensmittelzuteilung über die Patenschaft aus Deutschland. Das reicht nicht - so werden dann einfach Ratten zum Mittag gebraten.
Ich werde eine Begebenheit so schnell nicht vergessen: Im minikleinen Haus der Familie stellte ich mich einen Meter neben dem Eingang an die Wand, um noch anderen Platz zu machen. Die Sozialarbeiterin erklärte, wo der Junge sein Bett hat - und ich stand mitten drin! Ich hatte einfach das schmutzige, auf dem nackten Boden liegende Handtuch unter meinen schmutzigen Schuhen für eine Bodenabdeckung, nicht aber für ein "Bett" gehalten. Es war mir sehr unangenehm.
Diese unbeschreibliche Armut lässt einen nicht mehr los, wenn man sie einmal so hautnah erlebt hat.

Der krasse Gegensatz dazu war dann unser Mittagessen in einem gut geführten Restaurant etwas außerhalb von Kabwe. Aber auch dieses Erleben der Kontraste gehört zu Afrika dazu.
Und jetzt gute Nacht. In 4 1/2 Stunden klingelt der Wecker für unseren morgigen langen Trip nach Livingstone.
—-- gepostet von meinem iPhone
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen