Samstag, 29. August 2009

Begrüßungssong der Kinder im Mutter-Theresa AIDS-Hospiz


https://vr.shapeservices.com/listen.php?hash=54f70aabbbab5b630b8500b803a180496ee706ba9bef9f058


Im Hospiz wurden wir übrigens von den Kindergarten-Kids mit einem typisch sambischen Lied willkommen geheißen. Wer will, kann ja einmal hinein hören.

PS:
In allen Einrichtungen war verständlicherweise das Fotografieren nicht erwünscht.


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Der 3. Tag: Entspannung am Mulungushi Stausee

Alle freuten sich auf einen Tag der Entspannung. Nach den vielen Eindrücken und Begegnungen der vergangenen Tage, tat dieser Tag gut. Um kurz nach 9 Uhr morgens starteten wir mit dem Bus. Knapp eineinhalb Stunden Anfahrt über eine nicht geteerte Straße lag vor uns. Für einige war die Fahrt über diese staubige Straßen ein besonderes Erlebnis. Ich selbst habe mich über die wenigen Potholes in der Piste gewundert, bzw. gefreut. ;-)






Am Stausee gibt es einen kleinen Club, der hauptsächlich von der weißen Community in und um Kabwe herum als Erholungsort genutzt wird. Auch viele der Missionare suchen hier des öfteren Erholung. Wir wanderten, redeten, lasen, genossen Wasser, Wind und Sonne, das Barbecue, den Kaffee und den Kuchen. Ein paar von uns badeten im Swimmingpool (Baden im See geht nur auf eigene Gefahr, weil es hier und da vielleicht doch mal ein Krokodil geben könnte - man weiß ja nie). Mangels Badehose, wagte doch tatsächlich jemand den ganz nackten Sprung in den Pool - so schnell, dass keiner was sehen konnte, so ungefähr jedenfalls. Na ja, wir haben uns köstlich amüsiert. Was die anwesenden Sambianer dachten, wage ich mir nicht vorzustellen. Und mehr ist dazu nicht zu sagen. Es war jedenfalls lustig ... Einfach ein schöner Tag, der dann mit einem gemeinsamen Abendessen in der Misuku-Lodge ausklang.

Der 2. Tag: AIDS und immer wieder AIDS



Der gestrige Tag war bis abends spät angefüllt mit Besichtigungen und interessanten Gesprächen. Deshalb komme ich erst heute dazu, diesen Reiseblog zu aktualisieren. Folgend einige Streiflichter von gestern.

1. Chreso, AIDS-Klinic
Unsere erste Station führte zur Chreso AIDS-Klinic in Kabwe. Chreso ist eine der 12 Kliniken in Kabwe, die die AIDS-Medikation mit ARVs durchführen darf. Nach einer kurzen Führung durch die Räume, konnten wir der deutschen Leiterin der Arbeit, die gerade anwesend war, Fragen stellen. Die Klinik ist gut ausgestattet und geführt. Das liegt an dem amerikanischen Präsidenten-Fund, der seit einigen Jahren die Finanzierung der ARVs übernommen hat. Aber die gute Qualität der Arbeit (Seelsorge, etc.) ist nur möglich, weil aus Deutschland zusätzliches Geld herein kommt. Die Klinik versorgt 2000 AIDS-Patienten. Grundtenor: Es gäbe noch viel zu tun, aber vieles klappe gut und grundsätzlich habe sich in den letzten Jahren vieles (positiv) verändert. Viele aus der jüngeren Generation scheinen verstanden zu haben, um was es geht. Man sieht viele T-Shirts mit "Stop AIDS"-Sprüchen, "Fight the Stigma" etc. Durch mehr Bildung und den Einzug der Medien (Handy, Fernsehen - vor der Schweinegrippe hat auch die sambische Bevölkerung Angst) verändert sich die junge Generation.
Ich selbst den Verdacht, dass diese Veränderungen nur auf der Hauptroute zwischen Livingstone und dem Kupfergürtel im Norden so stark zu erkennen sind und es in den abgelegenen Provinzen und auf dem Land diese Veränderungen so stark nicht gibt. Denn die Armut hat leider weiter zugenommen. In den letzten Jahren ist im Zuge der wirtschaftlichen Veränderung (Globalisierung und afrikanischer Kapitalismus in "Reinkultur") die Mittelschicht ziemlich verschwunden. Die eine Hälfte davon ist arm geworden und die andere Hälfte gehört nun zur reicheren Oberschicht.





2. Cara Counseling AIDS-Hospiz
Danach stand ein Besuch eines AIDS-Hospizes an. 20 Betten stehen zur Verfügung. Manche kommen zum Sterben, werden mit ARVs behandelt und werden wieder so hergestellt, dass sie wieder nach Hause gehen und sogar arbeiten können.





3. Mittagessen im "Hot or Not"
In diesem Fastfood-Restaurant gab es Pizza (riesig und mit viiiieeeel Käse), Meatpies, Hamburger und sogar ein gutes Fischgericht. Mir viel auf, dass sich eine ganze Reihe Sambianer dieses Essen leisten konnten. Und manche Besucher schleppten ein paar Pfunde zu viel mit sich herum. Das ist ein Unterschied zu z.B. vor 10 Jahren. Da habe ich mich in Sambia diesbezüglich eher alleine auf weiter Flur gefühlt ... Aber das ist bestimmt ein ganz subjektiver Eindruck.


4. Mutter Theresa AIDS-Hospiz
Am Nachmittag ging es wieder zu einem von katholischen Schwestern geführten Hospiz. Neben Plätzen für 60-80 Erwachsene, werden auch viele Kinder aufgenommen. Beeindruckend war die Kleinkinderstation, wo viele von uns kleine, von AIDS gezeichnete, unterernährte und apathisch wirkende Kleinkinder auf den Arm nehmen konnten, die dort versorgt werden.


5. Gespräch mit dem indischen Hausarzt von Hartmanns, Dr. H.
Man könnte viel erzählen von dem, was Dr. H. im Gespräch mit uns weiter gab. Es war jedenfalls eine sehr aufschlussreiche und beeindruckende Erfahrung.


Der Tag schloss mit einem Abendessen bei Hartmanns. Anschließend wurde etwas über der Tag ausgetauscht, gesungen und gebetet. Nach dem gut zehnminütigen Fußmarsch vom Haus von Hartmanns bis zur Misuku-Lodge stand für mich erst mal ein Telefonat nach Deutschland auf dem Programm. Dank Cell Phone und Internettelefonie aus Deutschland geht das problemlos. Ganz wichtige Info: Mein Sohn und sein Freund sind am Freitag wohlbehalten wieder in Deutschland angekommen.
In der Misuku-Lodge ließen wir den Tag bis Mitternacht gemeinsam an der Bar ausklingen. Die meisten konnten sich übrigens noch nicht mit dem sambischen Maisbier "Mosi" anfreunden. Kein Wunder, wir haben einfach zu viele Flensburger dabei ... die allerdings sinnigerweise Heineken trinken. Aber ich habe ja noch ein paar Tage Zeit, Überzeugungsarbeit zu leisten ...

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Freitag, 28. August 2009

Der 1. Tag: Erste Eindrücke, flexibel bleiben und Aufnahmefähigkeit steigern

Der erste volle Tag in Sambia startete um 8.00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück in unsrer MISUKU-Lodge in Kabwe. Es war ein traumhaft schöner und heißer Tag. Die Hitze lässt sich aber gut aushalten; wir müssen ja nicht in der prallen Sonne arbeiten.
Typisch africa-like mussten wir uns mit einem kurzfristig vom Bildungsministerium geänderten Schulferienplan abfinden. Die Schulen beginnen eine Woche später und deshalb bekommen wir den BOCCS-Schulbetrieb nicht live mit. Sehr schade. Aber wir werden dafür andere Begegnungen haben.
Eindrücklich wird es auf jeden Fall. Der Tag heute enthielt schon jede Menge Programm, meist unter der Überschrift "Gesundheitswesen":

1. Kleine Stadtrundfahrt durch Kabwe. Die Zunahme der Satellitenschüsseln auf den Dächern erscheint mir gewaltig hoch. Es gibt mehr Reichere; und trotzdem leben über 80% unter der Armutsgrenze.




2. Besichtigung des Kabwe General Hospital mit Leichenhalle. Dabei erfuhren wir ein paar Zahlen aus dem "Todesbuch" und rechneten hoch. Wir gehen davon aus, das in Kabwe, einer Stadt mit 270.000 Einwohnern, etwa 500-600 Kinder pro Jahr sterben. Das erschien uns ziemlich viel.

3. Mittag bei LUSMEL, einem Restaurant mit typisch sambischen Gerichten.




4. Informationsveranstaltung in Katondo, einem Compound von Kabwe mit etwa 20.000 Einwohnern, über die dort zu findende Bleivergiftung. Die Kontaminierung geschieht hauptsächlich durch Staub von der Abraumhalde der (ur)alten Silbermine. Diese Umweltverschmutzung hat dazu geführt, dass Kabwe auf dem Index der zehn schmutzigsten Städte der Welt zu finden ist.




Es gibt in Katondo auch eine BOCCS-Schule mit 8 Klassen und etwa 400-500 Schülern. Kaum waren wir angekommen, standen Kinder um uns herum. Das Bild zeigt, was passiert, wenn man den Kids Fotos von der Digicam zeigt ...

5. Gespräch im Gesundheitsministerium von Kabwe über HIV/AIDS. In Kabwe werden an 12 Gesundheitszentren HIV-Tests und AIDS-Behandlung angeboten. Insgesamt werden zurzeit 9.000 Menschen mit Medikamenten behandelt. Wenn man könnte (Untersuchungsmaschinen fehlen), sollten eigentlich 30.000 Leute behandelt werden. Diese Zahl erscheint mir noch als viel zu wenig.

6. Besichtigung des LIFE-Trust-Büros. Dabei habe ich einen alten Bekannten getroffen: Bosco. Wir haben uns beide sehr gefreut.

7. Abendbrot und Austausch bei Hartmanns zu Hause. Ein erster Abend zum Thema AIDS. Sehr interessant.

Das alles war viel! Aber gut. Und jetzt wird geschlafen. Gute Nacht,
Dieter

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Mittwoch, 26. August 2009

Gelandet! Hello Africa again.




Wir, d.h. die nun elfköpfige Reisegruppe, sind am 26. August wohlbehalten in Lusaka gelandet. Leider sind wir nur noch elf Reiseteilnehmer, da zwei Leute aus Bremen familienbedingt kurzfristig absagen mussten.
KLM bzw. Kenia Airways war übrigens klasse: Gute Beinfreiheit (wobei Kay mit seinen knapp zwei Metern das etwas anders sieht), netter Service, neues Flugzeug und dann obendrein auch noch die Erlaubnis, zwei Koffer mit zusammen 46 Kg mitnehmen zu dürfen. Ich glaube, wir haben so insgesamt ein paar Zentner Süßigkeiten für die BOCCS-Kids nach Sambia geschafft ...
Die Flüge mit den Cityhoppern von Flensburg, FFM und Bremen waren pünklich und die Flüge von Amsterdam über Nairobi nach Lusaka stressfrei - obwohl, nicht ganz ... Horst kam zwar ganz relaxt am Bremer Flughafen an; leider so spät, dass wir zuvor schon Angst hatten, plötzlich doch nur noch zu Zehnt zu sein. Die Handy-Drähte glühten. Aber es klappte. Nach dem Sicherheits-Check von Horst konnten wir sofort einsteigen. Ganz entspannt, null Problemo. Wir halten uns einfach an den Aufkleber, den ich gleich auf dem Airport in Nairobi entdeckte: "No hurry in Africa!"
Es ist mein fünfter Besuch in Sambia. Jedes Mal gab es neue, faszinierende Facetten zu entdecken. Ich bin gespannt ...

PS: Ich habe mich nicht getäuscht. Eine Zwischenlandung in Lilongwe (Malawi) war inklusive. ;-)

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In Kabwe angekommen





Kabwe ist die Hauptstadt der sambischen Zentralprovinz. In und um Kabwe befinden sich die BOCCS-Schulen. Und unsere MV-Mitarbeiter Andrea, Martin und Diethelm Hartmann leben und arbeiten hier.
Nachdem wir die Einreiseformalitäten auf dem Flughafen von Lusaka hinter uns hatten, wurden wir schon von Andrea und Martin erwartet. Unser Gepäck wurde in den gemieteten Bus gepackt. Es blieb noch genügend Platz für uns selbst, trotz der vielen Koffer aufgrund der erlaubten 46 Kg ...




Nach einer Mini-Stadtrundfahrt durch Lusaka erwartete uns auf halber Strecke zwischen Lusaka und Kabwe (insgesamt rund 150 Km) ein guter Kaffee-und-Kuchen-Zwischenstopp. Dort erhielten alle Reiseteilnehmer ein ausführliches Reiseprogramm und alle notwendigen Infos.
Gegen 17 Uhr erreichten wir Kabwe und konnten in unserer Lodge mitten im Stadtzentrum einchecken. Endlich duschen ... Und komfortabel! Solch einen guten Wasserdruck habe ich bisher noch nie in Sambia erlebt. Warm und kalt konnte gemischt werden und der Duschkopf war nicht total verkalkt. Was für ein unerwarteter Luxus.
Andrea hatte dann das warme Abendessen für 19 Uhr vorbestellt. Wir hatten schon vor einigen Tagen in Deutschland per Email unser Menu ausgewählt. Es funktionierte tatsächlich. Ich konnte es kaum glauben. Sambia hat sich verändert! Aber es gibt immer noch Luft nach oben. Denn sie haben nur drei Pfannen und deshalb dauerte es etwas länger, bis jeder etwas vor sich stehen hatte. Und die Kellnerin kannte den Unterschied zwischen trockenem und lieblichem Wein nicht. Aber das ist wohl auch etwas zu viel verlangt ...
Wir trafen beim Essen übrigens noch mit meinem Sohn Daniel und seinem Freund Raffi zusammen. Es war ihr letzter Abend. Daniel und Raffi reisen morgen nach vier Wochen "Filmeinsatz" bei OM mit vielen Eindrücken im Gepäck wieder nach Deutschland zurück. Der "Staffelstab" ist also übergeben, die Telefonkarten sind aktiviert, das Internet geht und das Bett wartet. Na denn, gute Nacht.

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